Kontakt

02365-13284

Zahnarzt Marl, Recklinghausen

Wie kann sie behandelt werden?

Um eine craniomandibuläre Dysfunktion und ihre vielen Erscheinungsformen behandeln zu können, ist es wichtig, mehrere in Frage kommende Komponenten einzubeziehen.

Für die Behandlung einer CMD sind oft fachübergreifende Behandlungen sinnvoll. Beispielsweise können Zahnärzte bestehende Störungen im Mund korrigieren. Sind Auswirkungen auf die Körperhaltung und -statik vorhanden, sollten diese von entsprechenden Fachärzten beurteilt werden. Deshalb ist das Zusammenwirken verschiedener Disziplinen wichtig.

Bei der so genannten Co-Therapie ist ein Arzt der Behandlungsleiter des therapeutischen Netzwerks. Dies ist meistens der auf Funktions- bzw. Kiefergelenktherapie oder craniomandibuläre Dysfunktion spezialisierte Zahnarzt, wenn die Beschwerden vom Kausystem verursacht werden.

Fachbereiche, die bei einer CMD-Therapie interdisziplinär zusammenarbeiten können:

  • Zahnärzte
  • Orthopäden
  • Kieferorthopäden
  • Zahntechniker
  • Logopäden
  • Psychotherapeuten
  • Physiotherapeuten
  • Kieferchirurgen
  • Allgemeinmediziner
  • HNO-Fachärzte
  • Neurologen
  • Internisten
  • Osteopathen
  • Heilpraktiker
  • Schmerztherapeuten
  • Homöopathen

Aufbissschiene

Die wirkungsvollste Sofort- und Dauermaßnahme bei einer craniomandibulären Dysfunktion ist die so genannte Aufbissschiene (auch als Äquilibrierungsschiene, „Michiganschiene“, Stabilisierungsschiene oder Relaxtionschiene bezeichnet).

Kurzeitig dient sie dazu, Ursachen einer craniomandibulären Dysfunktion zu erkennen und auszuschalten, langfristig zur Wiederherstellung der korrekten Funktion des Kausystems.

Die Vorteile der Aufbissschiene sind:

  • Schutz des Zahnschmelzes vor zu starker Abnutzung
  • Entlastung der Kiefergelenke durch Druckverminderung
  • Entspannung und Schmerzlinderung bei verspannter Kaumuskulatur
  • Zähneknirschen (Bruxismus) wird vermindert

Im Gebiss bzw. ganzen Kausystem erfüllt sie folgende Funktionen:

  • Sie stoppt die weitere Gelenkschädigung (Arthrose)
  • verringert Kiefergelenkknacken
  • erhöht einen zu niedrigen Biss
  • korrigiert die Position der Kiefergelenke/der Gelenkscheibe und stabilisiert sie
  • schaltet störende Kontakte im Biss aus bzw. gleicht diese aus
  • ergänzt fehlende Kontaktflächen

Die Schiene besteht aus Kunststoff und wird im Labor nach einem genauen, individuellen Abdruck des Patientengebisses angefertigt. Zu ihrer Herstellung werden außerdem die Ergebnisse der vorangegangenen Untersuchungen, die Funktionsanalyse, verwendet. Somit ist sie viel präziser als vorgefertigte (konfektionierte) Schienen.

Eine genaue Anpassung ist wichtig, da selbst eine kleine Erhöhung im Biss zu einer craniomandibulären Dysfunktion führen kann. Eine nicht präzise angefertigte Schiene kann eine Bisserhöhung hervorrufen und damit die Symptome verschlimmern.

Die Schiene wird so in Ihren Mund eingegliedert, dass sich Ihr Kiefer wieder der idealen (physiologischen) Position nähert und der Heilungsprozess eingeleitet wird. Dafür wird die Schiene sorgfältig angepasst.

Je nach Schwere der craniomandibulären Dysfunktion wird die Aufbissschiene nur nachts, nur tagsüber oder rund um die Uhr getragen. Zeigt sich eine Besserung der Symptome, können die Eigenschaften der Schiene auf den permanenten Zahnersatz beispielsweise durch Anpassen (Einschleifen) der Kauflächen übertragen werden.

Damit die richtigen Zahnkontakte dauerhaft erhalten bleiben, wird der Sitz der Schiene regelmäßig kontrolliert.

Positionierungsschiene (auch Repositionierungsschiene oder Farrar-Schiene)

Diese Schiene wird vor allem zur gezielten Korrektur von krankhaften Verlagerungen der Gelenkteile wie dem Diskus und bei Arthrosen eingesetzt.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten:

Weitere Möglichkeiten zur Therapie sind Akupunktur, Physiotherapie sowie Osteopathie (bei Störungen und Bewegungseinschränkungen der Muskeln und Gelenke) und die Craniosakraltherapie, also die alternativmedizinische Schädel-Kreuzbein-Therapie.

Physikalische Maßnahmen (Wärme, Kälteanwendungen, Rotlicht, etc.) entfalten eine schmerzlindernde und/oder eine entzündungshemmende Wirkung.

Falls Stress der Auslöser für die Symptome ist, können Entspannungsmaßnahmen wie Yoga, Autogenes Training und Muskelrelaxion sinnvoll sein. Dadurch können Sie lernen, körperlich und geistig zu entspannen. Um mit Stress besser umzugehen, bietet sich möglicherweise ebenfalls eine Psychotherapie an.

Gegen Muskelschmerzen und zur Muskelentspannung haben sich verschiedene Arzneimittel durchgesetzt. Diese beseitigen jedoch nicht die eigentlichen Ursachen einer craniomandibulären Dysfunktion, können aber gut unterstützend eingesetzt werden.